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17.03.2009

ABS: Historie der Technik

Meilensteine der Bremsentwicklung:

1978
Moto Guzzi führt das so genannte Integralbremssystem ein - eine wichtige Hilfe für den Fahrer bei der schwierigen Dosierung von Vorder- und Hinterradbremse. Das System ermöglicht dem Fahrer, durch das Betätigen der Fußbremse gleichzeitig einen Bremsdruck sowohl am Hinterrad als auch an einer der beiden vorderen Bremsscheiben aufzubauen.

1988
Das Geburtsjahr des Motorrad-ABS. In Zusammenarbeit mit FAG Kugelfischer stellt BMW das erste entwickelte Antiblockier-System vor. Sensoren erfassen die Radumdrehungszahl, welche das Bremssystem erkennt um bei drohendem Blockieren selbststeuernd einzugreifen. Dabei wird der Bremsdruck am entsprechenden Rad reduziert. Da diese Version des ABS für Vorder- und Hinterrad jeweils unabhängig arbeitet, muss der Fahrer für eine optimale Verzögerung in jedem Fall beide Bremsen betätigen.

1993
Honda stellt erstmals das Dual-CBS-Bremssystem vor, das den Fahrer weiter entlastet. Unabhängig davon, ob der Fahrer den Hand- oder Fußhebel betätigt werden stets beide Bremsen aktiviert. Durch den Einsatz eines zweiten, direkt von der Vorderradbremse angesteuerten Hauptbremszylinders und eines Druckkontrollventils wird eine dynamische Regelung erreicht. Die Bremskraftverteilung liegt immer nahe der Idealkurve. Eines aber kann auch das beste Kombi-Bremssystem nicht verhindern: das Überbremsen der Räder und damit die Sturzgefahr durch Blockieren. Hier hilft nur ABS.

Das ABS II von BMW erscheint. Die Weiterentwicklung wiegt nur noch sieben Kilo und setzt in Sachen Regelqualität Maßstäbe. Anfang der 90er Jahre bieten auch Yamaha, Suzuki und Kawasaki ABS-Systeme an, die sich jedoch zunächst nicht auf dem Markt durchsetzen können.

2004
Ohne ABS geht (fast) gar nichts mehr - so könnte man die erfreuliche Bilanz zusammenfassen. BMW, Honda, Yamaha, Aprilia und Ducati bieten für Motorräder ABS-Systeme an, während Piaggio, Peugeot, Honda und Suzuki Scooter mit ABS ausrüsten. Dabei setzen die Hersteller auf unterschiedliche Konstruktionsprinzipien. Gemeinsam ist allen Systemen nur die Erfassung der Raddrehzahl per Sensor am Vorder- und Hinterrad.