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04.05.2009

Bremsen üben

Bremsen üben

Beim Bremsen laufen komplizierte Vorgänge ab: Mit Beginn der Bremsung setzt eine dynamische Achslastverschiebung von hinten nach vorne ein. Die Vorderradlast erhöht sich bei steigender Bremsverzögerung - gut sichtbar an der einfedernden Telegabel bei Maschinen mit konventioneller Vorderradführung.

Weil so am Vorderrad höhere Bremskräfte übertragen werden können, muss der Fahrer während des Bremsens zwei Dinge gleichzeitig tun: zum einen bei Erkennen des Hindernisses mit der Vorderradbremse stark bremsen, kurz vor Ende des Bremsvorgangs jedoch die Bremskraft verringern. Auch bei der Hinterradbremse tritt er zu Beginn möglichst hart auf den Bremshebel, muss dann aber nachlassen, da das Hinterrad im Verlauf des Bremsens immer mehr entlastet wird, im Extremfall sogar vom Boden abhebt. Dabei besteht die Gefahr, dass sich das Motorrad überschlägt.

Eine erhebliche Rolle für den Bremsvorgang spielt auch die Beschaffenheit der Straße und die Witterung: Der Unterschied, auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, Rollsplitt oder rutschigen Bitumenflicken in der Bremszone zu fahren und zu bremsen, ist enorm. Hinzu kommen Nässe, Laub auf der Fahrbahn, Schnee. Je nach Beschaffenheit der Straße entsteht ein Reibwert, auf den sich der Fahrer einstellen muss. In vielen Situationen übersteigt es das menschliche Fahrvermögen, vorn und hinten den idealen Bremsdruck zu erzielen. Deshalb ist es wichtig, richtiges Bremsen intensiv zu üben.

Tipp 1: Bremsgefühl entwickeln
Sicherheitsexperten raten, jedes Mal direkt nach dem Losfahren beide Bremsen nacheinander kräftig zu betätigen und sofort wieder loszulassen. Das schafft Gefühl für das Bremsen gleich zu Beginn der Fahrt. In einer realen Gefahrensituation wird durch das eingeübte Loslassen außerdem die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes durch das Blockieren der Räder reduziert. Bei ABS-Motorrädern bremst man bei dieser Übung bis in den Regelbereich.

Tipp 2: Zielbremsungen vornehmen
Während der Fahrt empfehlen sich darüber hinaus gelegentliche Zielbremsungen. Dazu sucht sich der Fahrer beispielsweise einen Baum oder ein Hinweisschild aus und versucht, exakt dort anzuhalten. Dabei ist natürlich das erste Gebot, auf den nachfolgenden Verkehr zu achten.

Tipp 3: Sicherheitstrainings absolvieren
Nur in professionell angeleiteten Sicherheitstrainings bekommen Biker alle wichtigen Punkte zum richtigen und effektiven Bremsen vermittelt, in der Theorie und in der Praxis. Ein Vorteil: Auf den meisten Übungsplätzen stehen den Kursteilnehmern verschiedene Straßenbeläge zur Verfügung. Manche Anbieter stellen auch ABS-Maschinen zur Verfügung, um den Unterschied im Bremsverhalten kennen zu lernen. Denn auch mit ABS muss das gefühlvolle Bremsen intensiv geübt werden.

Den nächstgelegenen Trainingsplatz und Termine erfahren Biker z. B. auf der Internetseiten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).