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12.03.2009

Bremsdruck und Blockiergrenze

Schon bei idealen Fahrbedingungen ist Bremsen in schwierigen Situationen eine knifflige Aufgabe für die meisten Biker. Viele meinen das Problem zu lösen, indem sie den Bremsdruck konstant halten. Nachteil: Wertvoller Bremsweg wird verschenkt.

Ein kurzer Bremsweg wird nur erreicht, wenn die Bremskraft optimal zwischen Vorder- und Hinterradbremse verteilt wird und dazu schnell und kräftig gebremst wird. Das Ergebnis: größtmögliche Verzögerung in möglichst kurzer Zeit. Doch hoher Bremsdruck und Blockiergrenze liegen nur einen Hauch auseinander.

Eine Vorderradblockade tritt besonders bei schnellen Notbremsungen (Vollbremsung) noch früher ein als im Normalfall, da sich hierbei die Bremskraft schneller aufbaut als die dynamische Achslastverschiebung. Grund: Kurz nach dem schnellen Betätigen des Handbremshebels greift bereits die volle Bremskraft an der Bremsscheibe an, das Rad ist aber noch nicht belastet. Dadurch blockiert das Vorderrad viel schneller als bei einer normalen Bremsung, bei der sich die Bremskraft an die Radlastverschiebung anpassen lässt. Wenn die Bremse nicht sofort wieder gelöst wird, führt das Blockieren des Vorderrads zum Sturz - nicht selten mit schweren Verletzungen.

Die Angst, wegen eines überbremsten Vorderrades zu stürzen, ist bei den Fahrern häufig sehr groß, so dass sie in der Regel viel zu schwach bremsen. ABS kann hier Abhilfe schaffen: ABS verhindert die für viele Stürze verantwortliche Vorderradblockade wirksam. Außerdem nimmt es die Angst des Motorradfahrers vor dieser Blockade. Jedoch muss auch mit ABS das gefühlvolle Bremsen intensiv geübt werden.