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12.03.2009

Besser bremsen: Die Kampagne

ABS für Motorräder? Lange begegneten die Biker der Sicherheitstechnologie mit Skepsis und Ablehnung. Selbstüberschätzung und Unkenntnis über die Vorteile von ABS schränkten die Akzeptanz für ABS in den Fahrerkreisen ein. Zudem gab es kaum Angebote von Motorrädern mit ABS. Fakt aber ist: Besonders bei schwierigen Fahrbahnzuständen oder in Schrecksituationen wird viel wertvoller Bremsweg verschenkt oder führen blockierende Räder zum Sturz. Beides kann mit ABS verhindert werden.

Mittlerweile stehen immer mehr Fahrer ABS offen gegenüber, die Hersteller haben ihr Angebot deutlich vergrößert. Einen Anteil daran hat die Kampagne "besser bremsen", die die deutschen Versicherer im Jahr 2001 ins Leben gerufen haben. Ziel der Kampagne ist es vor allem, Motorradfahrer über ABS zu informieren, Vorbehalte abzubauen und Einstellungen zu ändern. Die Zahlen aus der Unfallforschung sprechen eindeutig für ABS:

  • Die Experten der Unfallforschung der Versicherer schätzen, dass pro Jahr durch Motorrad ABS rund 70 getötete und 3.000 verletzte Motorradfahrer vermieden werden. 
  • Eine Studie, die 2003 auf dem Internationalen Symposium "Motorradbremsen der Zukunft" vorgestellt wurde, geht davon aus, dass der Tod von etwa 400 Motorradfahrern jährlich in Europa mit verbesserten Bremssystemen verhindert werden könnte.
  • Nach Angaben von Experten lassen sich durch ABS etwa 85 Prozent der Stürze, die zu schweren Verletzungen führen, beim Bremsen verhindern.

Von Beginn an erfuhr die Kampagne "besser bremsen" positive Resonanz von vielen Seiten, in den Jahren 2002 und 2003 übernahm Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig die Schirmherrschaft. Zahlreiche Verkehrsforscher, Hersteller und Spitzenpolitiker unterstützten die Kampagne und darunter Ex-Verteidigungsminister Dr. Peter Struck oder Dr. Otto Solms (FDP).

Insbesondere in den vergangenen fünf Jahren, so zeigen Umfragen und Kaufverhalten, hat sich die Haltung der Fahrer gewandelt. So ergab eine Befragung von 589 Motorradfahrern auf der Messe "Motorrad 2003": 54,7 Prozent sind der Meinung, dass zu einem modernen Motorrad heute auch ABS gehört. Eine wachsende Zahl an Bikern macht sogar ihre Kaufentscheidung davon abhängig, ob das Zweirad über ABS verfügt.