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01.04.2013

Verkehrsregeln und Bußgelder für Radfahrer

Verkehrsregeln für Radfahrer

Radfahrer, die am Straßenverkehr teilnehmen, müssen sich an die Straßenverkehrsordnung (StVO) halten. Bei Nichtbeachtung droht ein Bußgeld. Bei einigen Verkehrsverstößen wurden die Verwarngelder zum 1. April 2013 erhöht, in der Regel um 5 Euro. Wer z. B. einen Radweg in falscher Richtung benutzt, muss nun 20 Euro zahlen. Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Regeln für Fahrradfahrer sowie die Bußgelder bei Nichtbeachtung.   

Alkohol
Unter Alkoholeinfluss ist nicht nur das Auto, sondern auch der Drahtesel tabu. Wer alkoholisiert auf dem Fahrrad erwischt wird, muss mit Bußgeld und sogar mit dem Verlust des Führerscheins rechnen.

Beförderung / Beifahrer
Grundsätzlich ist es verboten, einen Beifahrer auf der Fahrradstange oder dem Gepäckträger mitzunehmen. Kinder dürfen nur bis zum siebten Lebensjahr auf dem Rad transportiert werden. Dabei muss ein geprüfter Kindersitz oder ein Kinder-Fahrradanhänger benutzt werden.

Busspur
Durch ein Zusatzschild kann Radlern erlaubt werden, Busspuren zu benutzen.

Einbahnstraße
Radfahrer dürfen Einbahnstraßen nur in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung befahren, selbst wenn ein Radweg vorhanden ist. Radfahrer, die in die Gegenrichtung wollen, müssen ihr Fahrrad auf dem Gehweg schieben. Allerdings sind viele Einbahnstraßen auch für Radfahrer in beiden Richtungen befahrbar, aber nur wenn dies ausgeschildert ist: Autofahrer werden da bei z. B. durch ein Zusatzschild "Fahrrad frei" (ein Fahrradsymbol mit zwei gegenläufigen Pfeilen) vor entgegenkommenden Radfahrern gewarnt. Diese Regelung gilt allerdings nur dort, wo der Radler-Gegenverkehr gefahrlos möglich ist; beispielsweise in Wohn- und Geschäftsstraßen mit geringem Verkehrsaufkommen.

Einkaufsstraßen und sogenannte Fußgängerzonen
Einkaufstraßen sind für Fahrräder in der Regel tabu.  Es sei denn, man schiebt sein Fahrrad oder es gibt Schilder, die das Befahren mit einem Rad zu bestimmten Zeiten erlauben, meistens nach den offiziellen Ladenschlusszeiten.

Fahren auf Gehwegen und Straßen
Sind keine gesonderten Radwege vorhanden, müssen Radfahrer die Fahrbahn benutzen ? und nicht den Gehweg. Kinder bis zum achten Lebensjahr müssen grundsätzlich auf dem Gehweg fahren. Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr können zwischen Gehweg und Fahrbahn wählen.

Fahrradhelm
Das Tragen eines Sicherheitshelms ist für Fahrradfahrer nicht gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch sollte man nicht auf den Kopfschutz verzichten. Durch das Tragen eines Helms könnten zahlreiche Verletzungen verhindert werden. 

Fahrradstraße
Fahrradstraßen sind grundsätzlich nur für Radfahrer erlaubt. Lässt ein Zusatzschild auch Pkw zu, dürfen diese nicht schneller als Radfahrer fahren.

Geschwindigkeit
Radfahrer müssen ihre Geschwindigkeit den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen und ihren persönlichen Fähigkeiten anpassen. Sie dürfen nur so schnell fahren, dass sie ihr Fahrrad ständig beherrschen. Eine durch Verkehrszeichen angeordnete Geschwindigkeitsbegrenzung, z. B. in einer Tempo-30-Zone, gilt auch für Radfahrer. Die allgemein geltende Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften ist auf Kraftfahrzeuge beschränkt. Radfahrer gelten nicht als Kraftfahrer und dürfen deshalb innerhalb geschlossener Ortschaften theoretisch schneller als 50 km/h fahren. Aber auch hier gilt nach den Regeln der StVO: Radfahrer müssen der "Verkehrssituation angemessen" fahren.

Inline-Skater
Inline-Skater haben laut Straßenverkehrsordnung auf reinen Fahrradwegen nichts zu suchen - sie gelten als Fußgänger und müssen auf dem Gehweg fahren.

Musik hören: MP3-Player und ähnliche Abspielgeräte
Zwar ist es nicht verboten, beim Radfahren mit einem MP3-Player Musik zu hören, doch muss laut StVO sichergestellt sein, dass die akustische Wahrnehmung nicht beeinträchtigt ist.

Radfahren einzeln und in der der Gruppe
Radfahrer müssen einzeln hintereinander fahren. Nebeneinander dürfen sie nur fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Wenn mehr als 15 Radfahrer gemeinsam unterwegs sind, dürfen sie als geschlossener Verband fahren und gelten als ein Verkehrsteilnehmer. Im Verband fahren heißt: Sie dürfen anstatt hintereinander auch zu zweit nebeneinander fahren.

Radwege
Prinzipiell gilt auch auf Radwegen das "Rechtsfahrgebot". Radfahrer müssen Radwege benutzen, wenn die jeweilige Fahrtrichtung mit den blauen Verkehrsschildern mit weißen Symbolen ("Nur für Radfahrer", "Nur für Fußgänger und Radfahrer gemeinsam" und "Nur für Radfahrer und Fußgänger getrennt", Verkehrsschild-Zeichen 237, 240 und 241) gekennzeichnet ist. 

Neben den mit den blauen Verkehrszeichen ausgeschilderten Radwegen gibt es auch Radwege ohne Beschilderung. Man erkennt sie in der Regel an der Art der Pflasterung, an einem aufgemalten Fahrradpiktogramm oder an der Einfärbung. Diese Radwege rechts von der Fahrbahn können Radfahrer benutzen, müssen es aber nicht. Andere Radwege links von der Fahrbahn dürfen nicht benutzt werden.

Seitenstreifen
Radfahrer dürfen den rechten Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und Fußgänger nicht behindert werden. Das gilt auch für Mofas, die durch Treten fortbewegt werden.

Telefonieren
Telefonieren während der Fahrt ist auch auf dem Fahrrad verboten und wird mit einem Bußgeld von 25 Euro geahndet.

Verkehrssicherheit
Das Fahrrad muss verkehrssicher sein. Sonst ist es laut StVO nicht für den Gebrauch im Straßenverkehr zugelassen.

Verstöße gegen die StVO

Wer gegen die Straßenverkehrsordnung verstößt, muss auch als Radfahrer unter Umständen tief in die Tasche greifen. Wenn es darüber hinaus zum Unfall kommt, muss mit der Einschränkung des Versicherungsschutzes gerechnet werden.

Jeder Regelverstoß kostet mindestens 5 Euro. Wer z. B. auf dem Gehweg oder in der Fußgängerzone mit dem Rad fährt, muss 15 Euro zahlen, beim Befahren des Radwegs in die falsche Richtung werden 20 Euro fällig. Eine rote Ampel zu überfahren, kostet mindestens 45 Euro. War sie schon länger als eine Sekunde rot, steigt der Betrag auf 100 Euro. Gefährdet man dabei auch noch andere Verkehrsteilnehmer, kostet dies 160 Euro.

Verstöße gegen die StVO Strafe
Bremsen oder Klingel entsprechen nicht den Vorschriften 15 Euro
Beleuchtungseinrichtungen (auch Rückstrahler) am Fahr­rad nicht vor­handen oder nicht betriebs­bereit ab 20 Euro
Befahren einer nicht freigegebenen Einkaufsstraße, Fußgängerzone oder eines Gehwegs 15 - 30 Euro
Rechte Fahrbahn nicht benutzt 15 - 30 Euro
Fahren ohne Licht 20 - 35 Euro
Fahren entgegen der Einbahnstraße 20 - 35 Euro
Befahren eines Radweges in nicht zugelassener Richtung 20 - 35 Euro
Nichtbenutzung des vorhandenen beschilderten Radwegs 20 - 35 Euro
Benutzung eines Mobiltelefons beim Radfahren 25 Euro
Rote Ampel: Missachtung des Rotlichts an der Ampel 45 - 120 Euro
Rote Ampel: Ampel war bereits länger als eine Sekunde rot 100 - 180 Euro

Ab einem Buß- oder Verwarnungsgeld von 40 Euro erfolgt ein Eintrag ins Verkehrszentralregister (VZR). Sie erhalten darüber hinaus auch als Radfahrer Punkte in Flensburg.

Übrigens: Alkoholisierte Radfahrer können auch ihren Führerschein verlieren. Mehr dazu