10.03.2009

Kindersicherheit: Forderungen des GDV

Wenn es um die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr geht, sind alle gefordert: Eltern, Pädagogen, Autofahrer, Fahrzeugbauer, Verkehrsforscher und Verantwortliche in der Politik. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Vorschläge des GDV. 

  • Sicherungspflicht
    6- bis 12jährige Kinder im Pkw werden häufig lediglich mit dem Erwachsenengurt gesichert, statt - wie gesetzlich vorgeschrieben - auf einer Sitzerhöhung in Verbindung mit dem Dreipunktgurt. Speziell in diesem Alterssegment muss daher die Sicherungspflicht besser eingehalten werden.
  • Fehlbedienung
    Bei der Kindersicherung im Pkw werden oft Fehler gemacht - entweder beim Einbaudes Kinderschutzsystems (KSS) oder bei der Sicherung des Kindes im KSS. Es muss weiter daran gearbeitet werden, die hohe Fehlbedienungsrate zu reduzieren. Hier sind gleichermaßen Pkw- und KSS-Hersteller, aber auch die Eltern gefordert.
  • ISOFIX
    ISOFIX, eine genormte, starre Steckverbindung zwischen Kindersitz und Auto, ist geeignet, Einbaufehler zu vermeiden. Daher sollten alle Neufahrzeuge auch derzeit schon mit ISOFIX-Halterungen ausgerüstet werden. Bei Gebrauchtfahrzeugen sollten Eltern die vorhandenen Nachrüstungsmöglichkeiten von ISOFIX ausschöpfen.
  • Schulbusse
    Bei Schulbussen kann der Schutz von Kindern vor allem dadurch verbessert werden, dass nur so viele Kinder befördert werden dürfen, wie Sitzplätze im Bus vorhanden sind. Optimal wäre, wenn diese Plätze mit Sicherheitsgurten ausgestattet wären. Die Einhaltung des ordnungsgemäßen Verhaltens während der Fahrt sollte grundsätzlich durch eine Aufsichtsperson gesichert werden, wodurch auch der Busfahrer entlastet wird.
  • Helmpflicht für Radfahrer
    Bei Kindern als Radfahrer sollte das Tragen von Schutzhelmen durchgesetzt werden. Aufgrund der noch teils unsicheren Fahrweise bei Kindern und des häufig riskanteren Fahrverhaltens kann eine spezielle Helmpflicht für Kinder bis 15 Jahre begründet werden.
  • Schulwegsicherung
    Zur Kindersicherheit gehört auch die sichere Gestaltung des Wohnumfeldes. Im Rahmen der Schulwegsicherung geht es um Wege von und zu Schulen für Kinder als Fußgänger und Radfahrer. Schulwegpläne helfen dabei. Dazu sollten die Empfehlungen des GDV zur baulichen Ausgestaltung von Schulwegen konsequent umgesetzt werden.
  • Fahrerassistenzsysteme
    Mit technischenMaßnahmen kann das Verletzungsrisiko von Kindern bei Kollisionen mit Fahrzeugen weiter gesenkt werden. Neben den bereits verabschiederen EU-Regelungen zur Gestaltung von "Raumschutzbügeln" an Fahrzeugen und der Gestaltung von Fahrzeugfronten an Pkw allgemein, können zukünftig auch Fahrerassistenzsysteme einen großen Beitrag leisten.

Mehr Informationen bei dem GDV und bei der Unfallforschung der Versicherer.