08.09.2010
Neue Schule - neue Wege: Risikogruppe 10-15-jährige
Vom 10. Lebensjahr an kommen auf Kinder im Straßenverkehr neue Herausforderungen zu. Der Wechsel auf eine neue, weiterführende Schule bringt auch einen neuen Schulweg mit sich, das heißt, dass oft längere Strecken zu Fuß, mit dem Rad oder dem Schulbus zurückgelegt werden müssen. Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren, müssen nun die Straße nutzen; ab zehn Jahren dürfen sie laut Straßenverkehrsordnung nicht mehr auf Gehwegen radeln. Zudem können sie für ihre Fehler im Straßenverkehr haftbar gemacht werden. Hinzu kommt: Bei Kindern ab zehn kommt es wegen der einsetzenden Pubertät oft zu einer erhöhten Risikobereitschaft. Regeln im Straßenverkehr werden absichtlich übertreten oder ein Radhelm gilt als "uncool".
Beim Fahrradfahren sind die heranwachsenden Kinder besonders gefährdet. Die Zahlen sprechen für sich: Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 15 Jahren verunglücken am häufigsten mit dem Fahrrad (37 Prozent). Währenddessen verunglücken Kinder unter sechs Jahren hauptsächlich im Pkw als Mitfahrer (55 Prozent), die 6- bis 10-Jährigen sind am meisten gefährdet, wenn sie zu Fuß (33 Prozent) oder als Insassen unterwegs sind. Statistisch gesehen, haben Jungen im Alter von zehn bis 15 ein doppelt so hohes Risiko, einen Unfall zu erleiden, wie Mädchen.
Im Jahr 2007 kamen insgesamt 33.804 Kinder unter 15 Jahren bei Straßenverkehrsunfällen in Deutschland zu Schaden, dass sind 2,1% weniger als 2006. Das bedeutet allerdings auch, dass in Deutschland durchschnittlich alle 16 Minuten ein Kind im Straßenverkehr zu Schaden kam. Überdurchschnittlich häufig verunglücken Kinder als Fußgänger oder Radfahrer. 14% aller verunglückten Fußgänger und 15% aller verunglückten Fahrradfahrer waren Kinder unter 15 Jahren.
Warum passiert Kindern und Jugendlichen so viel, wenn sie mit dem Rad allein oder in der Gruppe unterwegs sind? Schuld sind zu großen Teilen die Wahrnehmungs- und Bewegungsleistungen, die beim Radfahren erbracht werden müssen. Radfahrer müssen die Gesamtsituation, die Fahrbahnbeschaffenheit und andere Faktoren wahrnehmen, sie müssen das Gleichgewicht auch bei langsamer Fahrt halten können und bremsbereit sein. Vor allem Kinder im Grundschulalter sind durch diese vielfältigen Anforderungen beim Radfahren überfordert. So ist es wenig erstaunlich, dass fast jedes Kind schon einmal einen Radfahrunfall erlitten hat.
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