31.08.2009
Berechnung der Typklassen
Um die Einstufung eines Autos in eine Haftpflicht- oder Kaskotypklasse berechnen zu können, muss zunächst der Fahrzeugtyp genau bestimmt werden. Das Kraftfahrtbundesamt unterscheidet rund 20.000 Automodelle; jedes kann eindeutig durch die Hersteller- und Typschlüsselnummer (HSN/TSN) identifiziert werden. Somit können auch alle Schäden eines Fahrzeugmodells aus der Gesamtstatistik der Autoversicherer herausgefiltert und diesem Modell zugeordnet werden.
Aus den jeweils bei einem Unfall oder sonstigen Schadenfall entstandenen Kosten (Schadendurchschnitt) und der Anzahl der Unfälle (Schadenhäufigkeit) wird der so genannte Schadenbedarf für jedes Fahrzeugmodell berechnet. Das ist der Anteil an der Versicherungsprämie, der notwendig ist, um alle Schäden dieses Automodells zu bezahlen. Beispiel: Weist ein bestimmter Autotyp eine gegenüber dem Vorjahr auffällige Schadensbilanz auf, d.h. wurden mehr Unfälle mit diesem Pkw-Typ gemeldet und entschädigt, dann wird dieses in eine höhere Typklasse eingestuft, und die Tarife für die Kfz-Versicherungen werden entsprechen angehoben.
Besonders schadens- und damit prämiengünstige Pkw-Modelle haben eine niedrige Ziffer, schadenshäufige und damit prämienungünstige Modelle eine hohe Ziffer.
Neue Modelle
Für neue Fahrzeugmodelle gibt es noch keine verlässlichen Erfahrungen darüber, wie oft Schäden gemeldet werden und wie teuer diese Schäden sind. Deshalb wurden Ersteinstufungsverfahren entwickelt, die es möglich machen, für ganz neue Automodelle Typklassen zu berechnen. In der Haftpflicht- und Teilkaskoversicherung werden zum Beispiel für die Ersteinstufung die Typklassen der Vorgängermodelle oder vergleichbarer Autos herangezogen.
In der Vollkaskoversicherung, die die Kosten für Schäden am eigenen Auto nach selbst verschuldeten Unfällen übernimmt, sieht die Berechnung der Typklassen etwas anders aus. Hier müssen die Kosten für die erwarteten Schäden (hauptsächlich Reparaturen) abgeschätzt werden. Zusammen mit der zu erwartenden Schadenhäufigkeit (Vorgänger- oder Konkurrenzmodell) kann dann der Schadenbedarf ermittelt und das neue Modell in eine Typklasse eingestuft werden.
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