10.07.2012
Unfallkommissionen in Deutschland
Rund 500 Unfallkommissionen kümmern sich seit vielen Jahren gezielt um Verkehrssituationen mit Unfallhäufungen. Sie setzen sich aus Vertretern von Polizei, Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörde zusammen.
Nach Schätzungen der Unfallforschung der Versicherer entstehen durch Unfallhäufungen jährlich volkswirtschaftliche Schäden von rund 5 Milliarden Euro. Aufgabe der Unfallkommissionen ist es, diese Gefahrenstellen zu entdecken, die mitwirkenden Unfallursachen der Straße zu untersuchen und sie dann durch geeignete Maßnahmen zu entschärfen. Diese reichen von einer neuen Beschilderung bis hin zu baulichen Veränderungen.
Unfallkommissionen kümmern sich um:
- die Untersuchung der Verteilung der örtlichen Verkehrsunfälle,
- die Ermittlung von Unfallhäufungen und Bewertung der Schwere der Unfälle,
- die Beseitigung erkannter mitwirkender Ursachen aus der Straßengestaltung.
Mitglieder der Unfallkommissionen
In der Unfallkommission arbeiten Polizei, Straßenverkehrs- und Straßenbaubehörden auf Kreisebene eng zusammen. Unterschiedliches Know-how wird hier gebündelt. Dabei sind die Aufgaben gemäß der Kompetenzen verteilt.
Polizei: zuständig für Unfallauswertung und Überwachung der Straßenverkehrsordnung (StVO).
Verkehrsbehörde: ordnet die Aufstellung von in der StVO festgelegten Verkehrszeichen an.
Baubehörde: führt Anordnungen aus und setzt erforderliche Baumaßnahmen um.
Falls erforderlich werden zur Arbeit der Unfallkommission auch weitere Sachverständige hinzugezogen, beispielsweise Vertreter des Öffentlichen Nahverkehrs, der Schulbehörde oder der Bezirksverwaltung.
Unfall-Analyse mit Unfalltypen-Steckkarte
Um Gefahrenstellen im Straßenverkehr zu erkennen, nutzt die Polizei nahezu flächendeckend so genannte Unfalltypensteckkarten. Sie sind das grundlegende Instrument der örtlichen Unfalluntersuchung. In den topografischen Karten werden alle Unfälle verzeichnet. Stecknadeln in unterschiedlichen Farben und Größen markieren die Unfallstellen, aber auch die Schwere und die Art des Unfalls. So werden die Gefahrenstelle erkannt und die verantwortlichen Behörden können aufgrund der Analyse schnell geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Unfallhäufigkeit erarbeiten, umsetzen und kontrollieren.
Elektronische Steckkarte: EUSka
EUSka ist ein modernes elektronisches Erfassungs- und Analysesystem für Verkehrsunfälle, das zunehmend die Unfalltypensteckkarten ersetzt. Die Polizei nutzt EUSka zur Früherkennung von typischen Gefahrenstellen im Straßenverkehr. Die verantwortlichen Behörden können aufgrund der Analyse schnell geeignete Maßnahmen zur Reduzierung der Unfallhäufigkeit erarbeiten, umsetzen und kontrollieren.
Auch Sonderrecherchen wie Unfälle mit Radfahrern oder unter Alkoholeinfluss lassen sich per Mausklick schnell aus den Daten herausfiltern. Das Programm verknüpft alle eingegebenen Unfalldaten über eine Datenbank mit einer digitalen Straßenkarte. Kontinuierlich gepflegtes Kartenmaterial und vollelektronische Datenweitergabe erleichtern damit auch die Arbeit der Unfallkommissionen. Das neue System geht weit über die konventionellen Unfalltypensteckkarten hinaus. Mit dem elektronischen System können Unfallzahlen und Daten per Mausklick schnell generiert und auch noch bis zu fünf Jahre zurückverfolgt werden.
Maßnahmen zur Unfallbekämpfung
Nachdem die Unfallkommission Art und Schwere der Unfälle an einer bestimmten Stelle dokumentiert und analysiert hat, schlägt sie konkrete Maßnahmen vor. Diese reichen von Änderung der Verkehrsführung, Verkehrsregulierenden Maßnahmen wie der Einsatz neuer Verkehrsschilder oder der Bau einer Ampelanlage bis hin zu größeren städte- und straßenbaulichen Veränderungen.
Der GDV als Partner der Unfallkommissionen
Der GDV unterstützt die Arbeit der Unfallkommissionen. So werden beispielsweise Fortbildungen von Dozenten sowie Qualifizierungsseminare für Mitglieder der Unfallkommissionen gefördert.
Um den Stellenwert der Arbeit der Unfallkommissionen zu fördern und mehr in die Öffentlichkeit zu bringen, wird seit dem Jahr 2001 auch ein Sicherheitspreis bundesweit ausgelobt. Mehr zum Sicherheitspreis auf www.gdv.de.
Sicherheit