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29.04.2009

Risikofaktor Ampelabschaltung bei Nacht

Ampelabschaltung

Sicher ist Ihnen das auch schon mal passiert: Auf den Straßen, auf denen sich tagsüber die Blechlawinen entlang schieben, sind nachts alle Ampeln ausgeschaltet und plötzlich hat man freie Fahrt. Diese in den Städten mittlerweile weit verbreitete Praxis findet unter den Autofahrern rege Zustimmung.

Aber nicht nur hier: Auch Kommunen und Anwohner profitieren angeblich von der nächtlichen Abschaltung der Signalanlagen. Beliebte Argumente dafür sind das Sinken der Lärmbelästigung, der Schadstoffbelastung und der Betriebskosten (Stromverbrauch).

Was viele Autofahrer aber nicht sehen: Die Abschaltung von rund drei Vierteln aller Ampeln jede Nacht führt zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko für alle Verkehrsteilnehmer. Das ergab jetzt eine im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer durchgeführte Studie der TU Dresden. Untersucht wurde die "Abschaltpraxis" der Städte Leipzig und Dresden. Dabei kam heraus, dass sich allein in Dresden pro Jahr ca. 300 Verkehrsunfälle mit  mehr als 100 Verletzten an abgeschalteten Ampeln ereignen. Daraus resultieren Unfallkosten von rund 2,9 Millionen Euro.

Kreuzungen sind ohne Ampelschaltung nachts doppelt so unsicher. Und nicht nur das: Die Unfälle sind auch deutlich schwerer. Den Zeitverlust von wenigen Sekunden, den man nachts durch eine rote Ampel verliert, sollte also jeder Autofahrer gelassen nehmen. Schließlich gewinnt man dadurch enorm an Sicherheit. Hinzu kommt, dass die Steigerung an Lärmbelästigung, Fahrzeiten, Kraftstoffverbrauch und Schadstoffbelastung durch Signalanlagen marginal ist und wesentlich stärker durch die individuelle Fahrweise als durch die Ampelanlagen beeinflusst wird.
 
Eine Ampelabschaltung ist daher nur in begründeten Ausnahmefällen gerechtfertigt, etwa bei Bedarfsampeln vor Schulen oder Kindergarten.