Umfrage: Gefahr durch Bäume unterschätzt
Eine bundesweite Repräsentativbefragung unter 1.650 Pkw-Fahrern ergab, dass Bäume und Alleen als Gefahrenquelle im Bewusstsein der Fahrer eine untergeordnete Rolle spielen. Als gefährlich werden beispielsweise enge Kurven, schmale Straßen oder Straßen mit Wildwechsel eingeschätzt. Bäume stehen erst an zehnter, Alleen an 15. Stelle. Hier die Ergebnisse der Umfrage:
| 1. Enge Kurven | 51 Prozent* |
| 2. Schmale Straßen | 42 Prozent |
| 3. Stellen mit Wildwechsel | 39 Prozent |
| 4. Serpentinen | 23 Prozent |
| 5. Fahrbahnen ohne jede Markierung | 23 Prozent |
| 6. Bahnübergänge | 21 Prozent |
| 7. Gefällstrecken | 16 Prozent |
| 8. Einmündungen von Wald- und Feldwegen | 15 Prozent |
| 9. Im Wald gelegene Streckenabschnitte | 14 Prozent |
| 10. Bäume dicht am Straßenrand | 13 Prozent |
| 11. Weite und schnelle Kurven | 12 Prozent |
| 12. Kreuzungen mit Vorfahrtsbeschilderung | 11 Prozent |
| 13. Steigungen | 7 Prozent |
| 14. Kreuzungen mit Ampeln | 5 Prozent |
| 15. Alleen | 4 Prozent |
*Die Befragten konnten bis zu drei Punkte auswählen, daher addieren sich die Prozentzahlen auf über 100 %.
Gründe für die Unterschätzung der Gefährdung durch Bäume sehen die Unfallforscher zum einen darin, dass Kraftfahrer vor allem Ereignisse fürchten, die eine Überraschungskomponente enthalten, z. B. Wildwechsel oder Glatteis. Derartige Überraschungsmomente gehen von Bäumen nicht aus.
Ein weiterer Grund liegt in der Gewöhnung und Vertrautheit mit Bäumen am Straßenrand. Sie werden als selbstverständlich erlebt und in der Folge als Gefahr ausgeblendet. Der dritte Grund für die mangelnde Risikowahrnehmung resultiert aus der positiven emotionalen Beziehung zu Baum und Wald. Als weiterer Beleg dafür dient die Tatsache, dass die Mehrheit (54 %) der Kraftfahrer glaubt, dass in Deutschland die meisten Verkehrstoten auf Autobahnen zu beklagen sind. Richtig ist dagegen, dass fast zwei Drittel aller bei Verkehrsunfällen Getöteten ihr Leben auf Landstraßen verlieren.
Sicherheit