01.05.2009
Maßnahmenkatalog
Welche Maßnahmen sind sinnvoll, um das Risiko von Baumunfällen und die Folgen solcher Unfälle zu verhindern? Die Unfallforschung der Versicherer hat hierzu Maßnahmenkatalog erarbeitet, der sich in erster Linie an die Verantwortlichen in Verkehrspolitik und Straßenbau richtet.
Das bedeutet keinesfalls, dass alte, landschaftlich wertvolle Alleen abgeholzt werden sollen - im Gegenteil. Bei neuen Straßen zum Beispiel den Abstand zwischen Bäumen und Straße zu vergrößern, reicht jedoch nicht aus. Fahrdynamische Berechungen und Unfalluntersuchungen haben ergeben:
- Nach Abkommen von der Fahrbahn mit 100 km/h bei einem Abstand vom Fahrbahnrand von 6 Metern verringert sich die Aufprallgeschwindigkeit gerade mal um 4 km/h.
- Selbst bei einem Abstand von 10 Metern vom Fahrbahnrand reduziert die Unfallschwere nicht wesentlich. Die Aufprallgeschwindigkeit beträgt hier immer noch je nach Abkommenswinkel und Beschaffenheit der Oberfläche Werte zwischen 99 km/h und 74 km/h.
Sofortmaßnahmen
- Entfernung kranker und alter Bäume an Unfallschwerpunkten
- Absenkung der Höchstgeschwindigkeit um 20 km/h
- Intensive mobile Geschwindigkeitskontrollen
- Kurzfristiger Aufbau "passiver Schutzeinrichtungen", sprich Schutzplanken vor den Baumreihen
Langfristige Maßnahmen
- Festlegung einer angemessenen Höchstgeschwindigkeit im Bereich von Alleen
- Feste (Stationäre) Radaranlagen alle drei bis vier Kilometer
- Installation von Schutzplanken an bestehenden Alleen sowie beim Neubau von Straßen
- Verzicht auf Bäume an neuen Straßen. Neue Alleen sollten künftig nur noch abseits der Autostraßen an Feld-, Rad- und Wanderwegen angelegt werden.
- Neuanpflanzung von Alleen künftig nur noch abseits der Autostraßen an Feld-, Rad- und Wanderwegen.
Sicherheit