12.08.2010
Autositztest 2010: Sitze und Kopfstützen werden immer bessser - Defizite bei Kleinwagen und Minivans
Seit Beginn der IIWPG-Tests (IIWPG = International Insurance Whiplash Protection Group) 2005 hat sich die Sicherheit von Sitz-Kopfstützenkombinationen deutlich erhöht. Wurden vor fünf Jahren noch 60 Prozent aller Sitze als "mäßig" oder "schlecht" bewertet, waren es in diesem Jahr nur noch 28 Prozent. Das sind die Ergebnisse des Autositztestes des Modelljahres 2010 für den deutschen Markt, die die Unfallforschung der Versicherer jetzt veröffentlicht hat. Insgesamt wurden 211 Modelle getestet.
Gute Sitz-Kopfstützenkombinationen sind wichtig, um bei Auffahrunfällen zumindest die leichten Verletzungen der Halswirbelsäule (HWS) abzuschwächen oder ganz zu vermeiden. Der IIWPG-Test bewertet sowohl die Einstellbarkeit der Kopstütze (statischer Test) als auch die Messwerte des Dummies beim Crashtest (dynamischer Test).
Trend zur aktiven Kopfstütze
Inzwischen gehören Sitze mit mäßiger oder schlechter Kopfstützengeometrie zur absoluten Ausnahme, der Trend zur aktiven Kopfstütze ist deutlich sichtbar. Im unteren und mittleren Preissegment geht die Entwicklung vor allem in Richtung gezieltes Zusammenwirken von Lehne und Kopfstütze beim Heckaufprall.
Als positive Beispiele stechen Honda und Hyundai hervor: Hier werden aktive Kopfstützen serienmäßig angeboten und liefern ?gute? Ergebnisse bereits in der Kompaktwagenklasse. Volkswagen, Audi und BMW erreichen auch mit einer "passiven" Abstimmung von Lehne und Kopfstütze "gute" Ergebnisse in der Kompaktklasse.
Kleinwagen haben die größten Defizite
Trotz der positiven Entwicklung gibt es immer noch Fahrzeuge mit entscheidenden Mängeln. Besonders Kleinwagen und Minivans fallen hier negativ auf. Jedes zweite Fahrzeug in dieser Kategorie hat nur mässige oder schlechte Kopfstützen. Auch günstigere Fahrzeuge haben oft keinen ausreichenden Schutz: Im unteren Preissegment sind aktive Kopstützen gar nicht oder nur gegen Aufpreis erhältlich. "Einsteigermodelle" (Fortführung früherer Modellgeneration zu einem günstigeren Preis) verzichten teilweise auf früher erhältliche oder gar serienmäßige aktive Kopfstützen. Dabei haben Sitze ohne aktive Kopfstütze beim gleichen Fahrzeugmodell oft deutlich schlechtere Testergebnisse. Deshalb sollte beim Autokauf genau geprüft werden, über welche Ausstattung das Modell verfügt.
Sitze richtig einstellen
"Doch auch bei einem guten Sitz kann Sicherheit verspielt werden", warnt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, "wenn Kopfstützen und Lehnen nicht richtig eingestellt sind." In aufwändigen Simulationen haben die Experten der UDV nachgewiesen, dass auch eine gute Sitz-Kopfstützen-Kombination ihre Wirkung bei einem Heckaufprall dann nicht entfalten kann. "Falsch bedeutet in der Regel", so Brockmann, "Kopfstütze zu niedrig und Lehne zu flach." Deshalb plädiert die UDV dafür, vor jeder Autofahrt Sitz und Kopfstütze zu checken. Die Faustregel dabei: Die Oberkante des Kopfes sollte möglichst mit der Oberkante der Kopfstütze abschließen und der Abstand zwischen Hinterkopf und Kopfstütze sollte so gering wie möglich sein.
Weitere Informationen sowie die Ergebnisse auch der letztjährigen Tests sind unter www.udv.de zu finden.
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