23.04.2009
Unfallgefahr: Risikogruppe 18-24-jährige
Trotz intensiven Trainings und guter Vorbereitung in der Fahrschule: Viele wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln Fahranfänger erst, wenn die Fahrprüfung bestanden ist. Laut Statistik haben die 18- bis 24-jährigen Verkehrsteilnehmer das mit Abstand höchste Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken. Die Gründe dafür sind fehlende Fahrpraxis, Selbstüberschätzung und ein mangelndes Risiko- und Schuldbewusstsein.
Im Jahr 2005 verunglückten in Deutschland insgesamt 87.597 junge Männer und Frauen im Alter von 18 bis unter 25 Jahren im Straßenverkehr, davon wurden 1.076 Personen getötet. Jeder fünfte Verletzte und Getötete gehörte damit zu diesen sieben Altersjahrgängen, obwohl nur jeder 12. der Gesamtbevölkerung (8,2 Prozent) dazu zählte.
Überhöhte Geschwindigkeit ist die häufigste Unfallursache bei jungen Fahrern. Die Geschwindigkeit wird immer wieder unterschätzt, ein plötzlich auftauchendes Hindernis oder eine enge Kurve wird schnell zum Verhängnis. Auch bei Regen, Nässe, Glätte oder Nebel gerät das Fahrzeug bei zu hohem Tempo schnell außer Kontrolle.
Nicht selten sind leider auch Alkohol oder Drogen im Spiel. Einer Umfrage der deutschen Versicherer zufolge fahren 94 Prozent der Partygänger regelmäßig unter Drogeneinfluss, durchschnittlich 3,5-mal monatlich.
Viele schwere Unfälle passieren samstagnachts
Die Statistik zeigt: Überproportional oft verunglücken junge Fahrer während der Nachtstunden des Wochenendes. Besonders freitags von 20 bis 22 Uhr und samstags von 2 bis 6 Uhr sowie sonntags zwischen 0 und 6 Uhr verunglücken sehr viele junge Leute tödlich. In diesen 12 Stunden des Wochenendes kam mehr als jeder sechste (16%) der 1.076 im Jahr 2005 bei Verkehrsunfällen getöteten 18- bis 24-Jährigen ums Leben, aber nur 6,0% der Getöteten der übrigen Altersgruppen.
Risikogruppe junge Männer
Junge Männer sind laut Statistik erheblich gefährdeter als junge Frauen: 52% der männlichen, aber "nur" 48% der weiblichen 18- bis 24-Jährigen Unfallbeteiligten galten als Hauptverursacher eines Unfalls. Auch die Unfallschwere ist bei den jungen Männern erheblich größer als bei den Frauen. Dies verdeutlichen die Zahlen der Getöteten. 74% der Pkw-Verkehrstoten des vergangenen Jahres in diesem Alter waren Männer und nur 26% Frauen. Knapp jede dritte junge Frau (30%) wurde dabei als Mitfahrerin im Pkw getötet. Bei den getöteten Männern saß nur etwa jeder Fünfte (21%) nicht selbst am Steuer.
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