20.03.2009
Notbremsassistenten können Unfälle verhindern

Notbremsassistenten der neuesten Generation werden bei der Vermeidung von Unfällen oder bei der deutlichen Minderung der Unfallschwere künftig noch erfolgreicher einsetzbar sein. Zu diesem Ergebnis kommt die Unfallforschung der Versicherer nach einer Reihe von Fahrversuchen, die sie gemeinsam mit dem britischen Partnerinstitut "Thatcham" durchgeführt hat.
Bereits aktuelle radarbasierte Systeme können zwischen 5 und 10 Prozent aller Pkw-Unfälle verhindern. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, ist sich sicher: "In der nächsten Generation, die wir ab 2010 erwarten, werden es 15 Prozent sein." Voraussetzung ist, dass künftige Generationen von Notbremsassistenten Vollbremsungen ohne Fahrereingriff möglich machen und Fußgänger, Rad- und Kradfahrer, sowie kreuzenden und stehenden Fahrzeuge erkennen..
Notbremsassistenten gehören zu den Fahrerassistenzsystemen, die sich durch aktive Sicherheitsfunktionen auszeichnen. Assistenzsysteme, besonders diejenigen, welche dem Komfort und der Information dienen, können Autofahrer schnell ablenken und überfordern. Reine Sicherheitssysteme arbeiten daher im Idealfall so, dass sie vom Fahrer bis zum Ernstfall unbemerkt bleiben.
Die drei getesteten Bremsassistenten der Hersteller Mercedes-Benz, Honda und Volvo verfügen über unterschiedliche Funktionsweisen: Das Mercedes-Benz-System arbeitet im Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 200 km/h. Es warnt den Fahrer bei einer Abstandsunterschreitung, bremst aber selbstständig nur mit einer Teilkraft von maximal 0,4 g. Eine Vollbremsung nimmt das System nur dann vor, wenn der Fahrer durch Betätigen des Bremspedals seine Bremsabsichten bereits angezeigt hat.
Honda arbeitet mehrstufig in einem ähnlichen Geschwindigkeitsbereich (30-180 km/h): Zunächst wird der Fahrer vor einem Hindernis gewarnt. Erfolgt keine Reaktion, wird eine Teilbremsung mit 0,6 g eingeleitet. Die volle Bremskraft mit 0,9 g schaltet das System erst ein, wenn der Fahrer selbst nicht den ganzen Bremsdruck aufbaut und eine Kollision nicht mehr vermeidbar ist.
Das Volvo-System arbeitet mit einem völlig anderen Ansatz ausschließlich im Bereich bis 30 km/h. Bis zu einer Geschwindigkeit von 15 km/h kann der Zusammenstoß mit einem voraus fahrenden Auto verhindert werden, bei einem schnelleren Tempo wird der Aufprall deutlich abgeschwächt. Siegfried Brockmann sieht in dem Volvo-System einen entscheidenden Vorteil: "Es ist sehr kostengünstig und wird damit hoffentlich auch möglichst in vielen Fahrzeugen der kleineren Klassen serienmäßig eingebaut. Dadurch könnten Halswirbelsäulenverletzungen und Blechschäden in Millionenhöhe vermieden werden."
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Unfallforschung der Versicherer. Die Präsentation der Unfallforschung zu den Notbremsassistenten können Sie rechts downloaden.
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