Auto > Sicherheit > Der sichere Pkw > ESP > ESP fehlt in vielen Neuwagen

19.03.2009

GDV-Studie: Schutzengel "ESP" fehlt noch immer in vielen Neuwagen

Auch im Jahr 2008 haben die allermeisten Minis, Kleinwagen und sogenannten Utilities immer noch nicht den lebensrettenden elektronischen Schleuderverhinderer ESP serienmäßig an Bord. Das geht aus einer Untersuchung der Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin hervor, für die 278 Modellreihen von 38 Autoherstellern auf dem deutschen Markt unter die Lupe genommen wurden. Das Ergebnis der umfangreichen ESP-Recherche ist ab sofort unter www.udv.de nachzulesen. In der ESP-Datenbank können alle sicherheitsbewussten Autofahrer erfahren, welche Fahrzeugmodelle der Jahrgänge 2006, 2007 und 2008 mit ESP serienmäßig oder gegen Aufpreis ausgestattet sind und welche nicht. Erstmals ist auch eine Liste mit älteren Modellen abrufbar - wichtig vor allem für Gebrauchtwagenkäufer.

ESP - Mein Schutzengel

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) appelliert an alle Autofahrer, aus Sicherheitsgründen kein Fahrzeug mehr ohne ESP zu kaufen, denn ESP ist ein Schutzengel für jeden Autofahrer. Dennoch bietet die Industrie dieses notwendige Fahrerassistenzsystem noch immer nicht in jedem Neufahrzeug serienmäßig an. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) fordert dies schon seit Langem und startet deshalb jetzt das Internet-Informationsangebot "ESP - Mein Schutzengel". Unter www.schutzengel-esp.de sollen vor allem junge Autofahrer und Gebrauchtwagenkäufer/innen für das Thema ESP sensibilisiert werden - mit Information, Service und Spaß.

Einige Verbesserungen

Die aktuelle Untersuchung der ESP-Verfügbarkeit in Neufahrzeugen offenbart immerhin einige Verbesserungen im Vergleich zu den Vorjahren. So ist der Anteil der Modellreihen, die serienmäßig mit ESP ausgestattet sind, von 58 Prozent im Jahr 2006 über 64 Prozent im Jahr 2007 auf jetzt 67 Prozent gestiegen. Und nur noch für jede 11. Modellreihe des Jahrgangs 2008 ist überhaupt kein ESP zu bekommen. Vor zwei Jahren war es noch jede fünfte Baureihe.

Sicherheit nur gegen Geld: Aufpreispolitik schreckt Autofahrer ab

Gerade bei Kleinwagen ist das Defizit jedoch immer noch besonders hoch. Diese Fahrzeuge oder ältere Gebrauchtwagen werden aber häufig von der Risikogruppe "Junge Fahrer" bewegt. Umso wichtiger wäre es, eine 100-prozentige Ausrüstungsrate zu erreichen, sodass es in ein paar Jahren auch genügend ESP-Gebrauchtfahrzeuge für "Junge Fahrer" auf dem Markt gibt.

Bei den Minis, den Kleinwagen und den Utilities wird ESP meist nur gegen Aufpreis oder in Paketen angeboten. Aber gerade in diesem Segment sind den Käuferinnen und Käufern die 300 bis 700 Euro für ESP zu viel. Mit der Folge, dass ESP - wie die Verkaufszahlen eindrücklich belegen - nicht mitgekauft und vom Handel auch nicht aktiv mitverkauft wird.

Nicht akzeptabel: Neueste Modelle ohne serienmäßiges ESP

Unverständlich aus Sicht der Unfallforschung ist auch, dass neue Kleinwagenmodelle wie beispielsweise der Opel Agila, der Renault Twingo, der Hyundai i10 sowie der Daihatsu Materia nicht serienmäßig mit ESP ausgeliefert werden. Dem Verbraucher sollte die Entscheidung Pro oder Contra ESP nicht überlassen, sondern durch den serienmäßigen Einbau in alle Autos abgenommen werden.

ESP-Fakten:

  • Der ESP-Anteil bei allen Autos auf Deutschlands Straßen beträgt momentan ca. 36 Prozent (2005: 24 Prozent; 2006: 30 Prozent).
  • Nationale und internationale Studien haben die Wirksamkeit von ESP mehrfach bestätigt. Die Untersuchungen der UDV haben gezeigt, dass 25 Prozent aller Pkw-Unfälle mit Personenschaden und 35 bis 40 Prozent aller Pkw-Unfälle mit Getöteten durch ESP positiv beeinflussbar wären.
  • Pro Jahr könnten 37.000 Unfälle mit Verletzten und 1.100 Unfälle mit Getöteten in Deutschland vermieden oder zumindest in ihren Folgen abgeschwächt werden.
  • Folgende Fahrzeughersteller bieten ESP in allen Autos serienmäßig an: Alfa Romeo, Audi, Cadillac, Jaguar, Jeep, Lexus, Mercedes, Saab, Smart und Volvo.
  • Folgende Fahrzeughersteller haben noch große Lücken im ESP-Angebot: Chevrolet, Dacia (gar kein ESP-Fahrzeug), Daihatsu, Suzuki.
  • Folgende Fahrzeugklassen haben inzwischen bei allen Autos ESP serienmäßig: obere Mittelklasse, Oberklasse. In der Mittelklasse gibt es zumindest in jeder Modellreihe serienmäßige ESP-Fahrzeuge.
  • Folgende Fahrzeugklassen haben die wenigsten Modellreihen mit serienmäßigem ESP: Minis (1), Kleinwagen (1) und Utilities (2).

UDV-Datenbank findet ESP-Fahrzeuge

Verbraucher, die beim Autokauf auf Nummer sicher gehen wollen, können sich auf der Internetseite der Unfallforschung der Versicherer (www.udv.de) informieren, wie der Ausrüstungsstand von ESP in den einzelnen Fahrzeugmodellen ist. In einer Datenbank (Stand 5/2008) können nicht nur die Hersteller und Modellreihen aller Neufahrzeuge in Deutschland abgerufen werden, sondern sogar einzelne Modelle. Und das für die Jahre 2006, 2007 und 2008. Außerdem sind für viele Gebrauchtwagen ESP-Informationen abrufbar. Wissenswertes sowie ein Online-Game sind unter www.schutzengel-esp.de zu finden.