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01.05.2009

Risiko II: Hehlerei mit Autoteilen

Autoteile

Während die Zahl der Autodiebstähle in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen ist, haben sich neue Formen der Kriminalität entwickelt, zum Beispiel das Homejacking oder in jüngster Vergangenheit verstärkt der Handel mit Autoteilen. Offenbar reagieren die Profidiebe zunehmend auf einen Markt, der billige Ersatzteile fordert. Gestohlene Fahrzeuge werden deshalb häufig in abgelegenen Hallen restlos zerlegt. Der Teileverkauf ist risikoarm und häufig profitabler als der Verkauf "am Stück". Dabei geht es nicht nur um teure Navigationsgeräte, die bei Gebrauchtwarenbörsen im Internet auftauchen und deren Verkäufer meist in Osteuropa sitzen, verkauft wird alles, was sich aus Autos ausbauen lässt: Türen, Scheinwerfer, Sitze.

Auf das Problem des Teilehandels wurden Polizei und Versicherer durch die Enttarnung mehrerer Fahrzeugzerlegungshallen aufmerksam. Diese befinden sich meist in entlegenen Gegenden, werden nur für kurze Zeit angemietet und der Mietpreis bar bezahlt.

Warum werden Fahrzeuge zerlegt?

Für die Zerlegung von Fahrzeugen gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist es eine preiswerte Möglichkeit, Ersatzteile für bereits gestohlene Fahrzeuge zu gewinnen. Die Teile können nahezu risikolos transportiert werden - getarnt als Schrott. Dazu kommt, dass hochwertige Teile aus gestohlenen Fahrzeugen, beispielsweise Scheinwerfer, Navigationsgeräte, Räder, Innenausstattungen, ohne großes Risiko über das Internet verhökert werden können.

Zur Bekämpfung des Autodiebstahls mit all seinen Facetten fordern die deutschen Versicherer (GDV):

  • Elektronische Geräte (Navigation/Radio) sollten mit einem auslesbaren Chip (analog zum Steuergerät) bestückt werden, der neben der Seriennummer des Gerätes möglichst auch Daten zum Fahrzeug enthält. Dieser Chip dürfte von außen nicht umprogrammiert werden können. Das Entfernen oder ein Austausch müsste beispielsweise durch versiegelte Schrauben am Gerät sofort erkennbar sein. 
  • Aufbringen von Individualnummern (am besten: FIN - Fahrzeugidentifikations-Nummer) auf hochwertigen Fahrzeugteilen: Navigationsgeräte, Radio, Xenonscheinwerfer, Airbags,  Sitzen, Motorhaube, Heckklappen etc. 
  • Verbesserte technische Vorkehrungen zur Verhinderung von Tachomanipulationen. 
  • Endverbraucher sollten bei Gebrauchtwarenbörsen im Internet vorsichtig bei "Schnäppchen-Ersatzteilen" oder Navigationsgeräten aus Osteuropa sein.